Im ehemaligen Literaturhaus organisiert der Verein DenkArt Veranstaltungen zum Querdenken Philosophie ist ein weites Feld. Und eigentlich steckt in fast allen Themen, die die Gesellschaft bewegen, ein Stück davon. Der Verein DenkArt initiiert Lesungen, Vorträge, Filmvorführungen und Gespräche mit philosophisch-kulturellem Schwerpunkt.
"Wir wollen Literatur und Philosophie einen Platz schaffen", sagt DenkArt-Vorstandsmitglied Siegfried Kubisch. Er sitzt mit den seinen Partnern Wolfgang Platen und Norbert Saßmannshausen um den Tisch in ihrem Vereinsraum. Seit 2002 beherbergt das alte Literaturhaus an der Bockenheimer Landstraße die DenkArt.
Der Ort ist wie geschaffen für das Anliegen des kleinen Vereins: "Ein Kulturangebot mit philosophischem Kern." Bei ihren Vorträgen, Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen steht immer der Austausch der Teilnehmer untereinander im Vordergrund. Die oft prominenten Gastredner sollen nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern über wichtige kulturelle, gesellschaftliche und philosophische Themen diskutieren. "Wir wollen die akademische Welt verlassen und Brücken schlagen", erklärt Platen und fügt lachend hinzu: "Wir sind Laien mit einem hohen Qualitätsanspruch."
Der Industriekaufmann Platen bringt in den philosophischen Schwerpunkt der Veranstaltungen ein naturwissenschaftliches Element ein. Er leitet den "Arbeitskreis 137", der sich mit physikalischen Fragen auseinandersetzt. Dabei behalten die Diskutierenden aber immer den Bezug zu gesamtgesellschaftlichen Strukturen im Blick. Interdisziplinäre Auseinandersetzung ist Programm "Wir wollen Debatten anregen", sagt Saßmannshausen. Die Themen müssen "gesellschaftliche Relevanz" und "brennende Aktualität" für Deutschland haben. So wie die Integrationsdebatte. Oder "Religion in der säkularen Gesellschaft".
Vielen ist der 1998 gegründete Verein möglicherweise noch als "Denkbar" bekannt. Bis 2002 hatte der unabhängige Verein sein Domizil in der gleichnamigen Bar an der Schillerstraße. Die Idee war, das "Denken mit dem gastronomischen Charakter einer Bar zu verbinden", erklärt Saßmannshausen. Ein Treffpunkt für Frankfurter Philosophen an einem öffentlichen Ort.
Nach dem Aus an der Schillerstraße stellte sich die Frage: Wie weiter? Der "große Anklang" an den zahlreichen Bar-Abenden ermutigte sie weiter zu machen. Bis zu 150 Veranstaltungen organisieren sie im Jahr, ein großer Arbeits- und Organisationsaufwand. Deshalb sind sie auch auf das Engagement der rund 25 ehrenamtlichen Vereinsmitglieder angewiesen.
Es gäbe aber Bedarf an Diskussionen, so Saßmannshausen. "Ich hoffe, das konnten wir in der Vergangenheit deutlich machen", sagt er. Im Rhein-Main-Gebiet sieht er ein hohes Potential für diese Art von Kulturveranstaltungen. "Wir wollen als Bereicherung des kulturellen Lebens in Frankfurt verstanden werden", fügt Kubisch hinzu. Melanie Luke [Frankfurter Rundschau vom 27.04.2007]
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